NATO Fall❓
Leipzig: Was, wenn das Flugzeug voll gewesen wäre?
Eine Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig, daneben ein ukrainisches Transportflugzeug. Zum Glück war die Maschine leer. Doch genau dieser Umstand sollte uns alarmieren.
Denn was wäre passiert, wenn sich tatsächlich noch scharfe Munition an Bord befunden hätte?
Eine Explosion hätte nicht nur ein Flugzeug getroffen. Sie hätte Menschenleben gefährdet, den Flughafen lahmgelegt und möglicherweise eine politische Eskalation von völlig neuer Dimension ausgelöst.
Der Fall Leipzig zeigt deshalb eines ganz deutlich: Deutschland ist verwundbarer, als viele Politiker offenbar wahrhaben wollen.
Wir können nicht jedes Mal darauf hoffen, dass die Bombe nicht dort einschlägt, wo die Folgen am schlimmsten wären.
Diesmal war das Flugzeug leer. Beim nächsten Mal könnte es anders sein. Und dann reicht es nicht mehr, hinterher betroffen zu sein.
Leipzig: Wie viel Glück muss ein Land eigentlich noch haben?
Eine Sprengstoffdrohne taucht am Flughafen Leipzig/Halle auf. Direkt daneben: ein ukrainisches Frachtflugzeug. Später stellt sich heraus: Die Maschine war leer. Aber was wäre gewesen, wenn sie es nicht gewesen wäre?
Deutschland diskutiert über Sanktionen, diplomatische Konsequenzen und hybride Kriegsführung. Doch eine viel einfachere Frage sollte uns eigentlich viel mehr beschäftigen:
Was wäre passiert, wenn dieses Flugzeug in jener Nacht tatsächlich noch mit scharfer Munition beladen gewesen wäre?
Die Antwort darauf möchte man sich lieber nicht ausmalen.
Am Flughafen Leipzig/Halle wurde eine mit Sprengstoff ausgestattete Drohne entdeckt. Der Flugbetrieb wurde zeitweise eingestellt, die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Die deutschen Behörden bewerten den Vorfall inzwischen als schwerwiegenden Angriff auf die deutsche Transport- und Logistikinfrastruktur.
Und dann kommt die Nachricht, die zunächst für zusätzliche Unruhe sorgte: Eine ukrainische Antonow stand in unmittelbarer Nähe.
Doch die entscheidende Entwarnung lautet: Das Flugzeug war zu diesem Zeitpunkt leer. Nach späteren Erkenntnissen hatte die Maschine allerdings am Vortag tatsächlich Munition für die Ukraine transportiert.
Leer.
Ein kleines Wort. Eine riesige Konsequenz.
Denn stellen wir uns für einen Moment das Gegenteil vor.
Stellen wir uns vor, die Maschine hätte noch scharfe Munition an Bord gehabt.
Dann hätte eine Explosion nicht einfach nur einen Sachschaden an einem Flughafen verursacht. Es hätte eine Kettenreaktion entstehen können, deren Ausmaß niemand seriös hätte vorhersagen können.
Ein Angriff auf ein Flugzeug mit militärischer Fracht auf deutschem Boden wäre politisch und sicherheitspolitisch eine völlig andere Dimension gewesen. Nicht irgendwo weit entfernt auf einem Schlachtfeld, sondern mitten in Deutschland.
Und genau hier liegt der Punkt, über den viel zu wenig gesprochen wird:
Wie gut ist Deutschland eigentlich auf solche Szenarien vorbereitet?
Wir leben in einer Zeit, in der Drohnen billig, klein und schwer zu entdecken sind. Kritische Infrastruktur ist riesig, verteilt und gleichzeitig verletzlich. Flughäfen, Energieversorgung, Bahnstrecken, Kommunikationsnetze und militärische Logistik lassen sich nicht einfach mit einem Zaun schützen.
Trotzdem scheint Deutschland immer wieder nach demselben Prinzip zu funktionieren:
Erst passiert etwas.
Dann wird ermittelt.
Dann wird diskutiert.
Dann werden Konsequenzen angekündigt.
Und irgendwann wird vielleicht gehandelt.
Das kann bei einem geplatzten Abfluss funktionieren.
Bei einem Angriff auf kritische Infrastruktur funktioniert es nicht.
Der Leipziger Vorfall sollte deshalb nicht als bloße Randnotiz abgehakt werden. Nach Angaben der Bundesregierung wird Russland inzwischen für den Angriff verantwortlich gemacht; Moskau weist die Vorwürfe zurück. Die Bundesregierung spricht von einem Teil russischer hybrider Aktivitäten.
Unabhängig davon, wie die juristische und politische Aufarbeitung am Ende aussieht, bleibt eine unbequeme Tatsache bestehen:
Eine Sprengstoffdrohne konnte überhaupt erst in die Nähe eines sensiblen Bereichs gelangen.
Das ist die eigentliche Warnung.
Denn heute ist es eine Drohne.
Morgen vielleicht eine andere Form der Sabotage.
Und übermorgen könnte es ein Szenario sein, bei dem nicht mehr rechtzeitig jemand hinschaut.
Deutschland kann es sich nicht leisten, seine Sicherheit danach zu organisieren, wie wahrscheinlich ein Angriff erscheint. Sicherheitspolitik muss sich auch danach richten, wie katastrophal die Folgen wären, wenn man sich irrt.
Und genau deshalb sollte sich die Politik eine simple Frage gefallen lassen:
Was wäre passiert, wenn das Flugzeug nicht leer gewesen wäre?
Hätten wir dann endlich von einem Weckruf gesprochen?
Oder wäre wieder erst nach der Katastrophe erklärt worden, dass niemand damit rechnen konnte?
Die gute Nachricht aus Leipzig lautet: Es kam nicht zum Schlimmsten.
Die schlechte Nachricht lautet:
Wir sollten nicht darauf bauen, dass Deutschland beim nächsten Mal wieder so viel Glück hat.




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